Durch den Bambus beobachtete Mitchell, wie die Deutsche, seine Leidensgenossin, wieder einen Ausflug zum Klohäuschen unternahm. Sie trat auf die überdachte Veranda vor ihrer Hütte und hielt sich die Hand über die Augen – draußen brannte mörderisch die Sonne –, während die andere Hand schlafwandlerisch nach dem Strandtuch tastete, das über dem Geländer hing. Als sie es gefunden hatte, schlang sie das Tuch locker und sich nur notdürftig verhüllend um ihren unbekleideten Körper und stolperte in die Sonne. Sie kam direkt an Mitchells Hütte vorbei. Durch die Lamellen der Jalousie betrachtet, hatte ihre Haut den etwas kränklichen Farbton von Hühnersuppe. Sie trug lediglich einen Strandlatschen.
Jeffrey Eugenides, geboren 1960 in Detroit/Michigan, bekam 2003 für seinen weltweit gefeierten Roman „Middlesex“ den Pulitzer-Preis und den „Welt“-Literaturpreis verliehen. Sein erster Roman „Die Selbstmord-Schwestern“ wurde 1999 von Sofia Coppola verfilmt. Außerdem veröffentlichte er den Erzählungsband „Air Mail“ und „Der Spatz meiner Herrin ist tot. Große Liebesgeschichten der Weltliteratur“. Er lehrt Creative Writing an der Princeton University in New Jersey.